Mittwoch, 2. Dezember 2015

Strohsterne Level 2


Auch anspruchsvollere Sterne lassen sich mit Strohhalmen verwirklichen.
Wieder ganz ohne gekaufte Plastiklegehilfe - die gab es früher auch nicht, kunstvoll gebundene Strohsterne aber schon. Hier habe ich eine Anleitung für euch:

Bei diesem Strohstern werden die Halme gebündelt.
Dafür müsst ihr 12 Strohhalme mindestens eine Stunde in warmem Wasser einweichen, damit sie biegsam werden und beim Arbeiten nicht brechen.

Der Stern hat einen Durchmesser von ungefähr 17 cm, dafür habe ich Strohhalme mit 22 cm Länge verwendet.

Eine Schnellübersicht für euch, die genauen Schritte erkläre ich darunter.


Den Stern, den ihr am Anfang des Posts seht, habe ich ohne Schablone gebunden. Einfacher und auch genauer geht es mit Schablone.


Für einen Stern wie oben beschrieben zeichnet ihr auf festerem Papier mit dem Zirkel einen Kreis mit 1,5 cm Radius.
Drumherum (selber Mittelpunkt) einen Kreis mit 4,5 cm Radius und einen weiteren mit 7,5 cm Radius.
Lasst den Zirkel mit den 7,5 cm offen und stecht nun irgendwo in der äußeren Kreislinie ein und schlagt die 7,5 cm ab, im Abschlag einstechen und erneut abschlagen, wiederholen, bis ihr am Ausgangspunkt angekommen seid. Wenn ihr jetzt die Abschlagspunkte mit dem Kreismittelpunkt verbindet, erhaltet ihr, oh Wunder, 6 gleich große Segmente.
Setzt den Zirkel nun an einem Kreuzungspunkt im mittleren Kreis an und spannt ihn entlang der Kreislinie bis zum nächsten Kreuzungspunkt. Halbiert das Kreissegment, indem ihr von jedem der 6 Punkte aus mit diesem Zirkelwinkel beidseitig oberhalb der Kreisbahn abschlagt.
Verbindet die neuen Abschlagspunkte wiederum mit der Mitte, aber zieht die Linie nur im mittleren Kreisring nach.
Nun verbindet ihr die äußersten Segmentlinienpunkte mit den neuen mittleren Segmentlinienendpunkten - euer Stern hat nun 6 Zacken.
Nun noch die inneren Zacken nachziehen und fertig ist eure Schablone.
Zieht noch einen weiteren etwas größeren Kreis um die Schablone, an dem entlang ihr ausschneidet.

Wenn ihr einen sauberen Faden behalten wollt, empfehle ich euch nicht, die Linien mit schwarzem Filzstift nachzuziehen, das hab ich nur für euch gemacht, damit ihr es besser sehen könnt!

Das war der komplizierteste Teil vom Strohstern.
Wenn ihr den geschafft habt, ist das Binden ganz einfach ;)

(Ihr könnt natürlich auch das Foto von oben verwenden und in entsprechender Größe ausdrucken.
Sollte ich dazukommen, lade ich euch noch ein pdf zum Download hoch, das kann ich aber nicht versprechen.)


Ihr braucht nun:

- einen Korkuntersetzer
- Stecknadeln
- reißfestes Garn in Wunschfarbe
- die Schablone (oder auch nicht, aber wie gesagt, sie erleichtert die Arbeit sehr)
- 12 eingeweichte Strohhalme von ca. 22cm Länge
- eine Spitze Scharfe Schere


1. Steckt eine Nadel mittig in den Kork und legt quer über die Mitte einen doppelten (!) Garnfaden. Lasst ihn relativ lang, das erste Bündeln braucht beim Zusammenziehen und Verknoten nämlich ziemlich Kraft.
Knickt nun eure 12 Strohhalme in der Mitte und legt sie wie im Bild gezeigt um die Nadel auf den Faden. Fixiert dabei die Enden außen mit Stecknadeln, sonst klappen die Strohhalme wieder auf.


2. Legt alle geknickten Strohhalme schön der Reihe nach an den ersten, rutscht dabei mit den Fixierungsnadeln am Halmende nach. Damit sich die Halme nicht nach oben selbständig machen, beschwert sie mit einem flachen Gegenstand - bei mir war das Handy grad in Griffweite. Der Einfachheit halber sollte der Faden nicht unter, sondern über dem Handy liegen ;)


3. Zieht den Faden nun so zusammen, dass die Halme nicht mehr auseinanderrutschen können, und macht oberhalb der Halme einen ersten Schlingknoten.


4. Entfernt  nun die 3 Nadeln, zieht den Knoten so fest ihr könnt und sichert ihn mit einem zweiten Knoten.
So sieht das dann ohne Handy, das ihr nun übrigens auch weglegen könnt, aus.


5. Jetzt kommt die Schablone ins Spiel - und ich schwör euch noch einmal, es zahlt sich echt aus, eine zu machen! 

Legt sie mittig auf den Korkuntersetzer, steckt durch das Strohbündel ebenfalls mittig, also genau in der Bindung, der Knoten sollte oben liegen, eine Stecknadel und fixiert das Strohhalmbündel im Kreismittelpunkt der Schablone.

Nun fängt das Auffächern an. Fangt mit einem der äußeren Halme an, legt ihn entlang der Mittellinie eines großen Sternzackens und fixiert ihn, indem ihr rechts oder links davon, je nachdem wohin er entfleuchen will, eine Stecknadel in die innerste, also kleinste Kreislinie setzt.
Den nächsten Halm lasst ihr aus, er wandert dann von selbst an seine Stelle.
Den wiederum nächsten Halm legt ihr an die Zackenspitze des inneren Sterns, fixiert ihn dort mit je einer Stecknadel rechts und links sowie wiederum mit einer Stecknadel am inneren Kreis. Wieder einen Halm auslassen.
Den 5. Halm nun wieder wie den ersten an die Mittellinie eines großen Sternzackens legen, am Innenkreis fixieren. 
Mit allen weiteren Halmen so weitermachen, bis ihr einmal rundum seid.


6. So sieht das Bündel nun aufgefächert und fixiert über der Schablone aus.
Sollten die Halme noch nicht perfekt liegen, macht das noch nichts. Wichtig ist im Moment nur der innere kleine Kreis und dass die Halme darin schön aufgefächert sind und die Stecknadeln brav und fest an der Kreislinie rundum stecken.


Hier seht ihr noch einmal, wie es bis hierhin ausschauen sollte. 


7. Knotet nun ein langes Stück Garn auf der Höhe des inneren Kreises um einen Halm, lasst dabei das Ende etwas länger, ihr braucht es später noch.


8. Nun webt ihr den Faden eine Runde lang einmal unten einmal oben im Wechsel - halt, wartet noch, schaut euch erst das nächste Bild an.


Drückt dabei die Halmenden sanft mit einer Hand nach unten und führt den Faden gleich von Beginn an dicht an den Nadeln und zieht ihn immer wieder sanft fest.


9. Wenn ihr einmal rundherum seid, legt den Faden über den Halm mit dem Anfangsknoten, führt ihn darunter wieder retour und legt ihn nun über diesen und den nächsten Halm, die zweite Runde webt ihr nun genau wie die erste nur versetzt, also oben-unten statt unten-oben.


10. Nun gut festziehen und mit dem Fadenende des Anfangsknotens gut verknoten.
Eventuell mit einer Nadel den Faden an die Kreislinie zurechtrücken und die Halme vorsichtig strecken.


11. Entfernt nun die Nadeln vom inneren Kreis. Nicht die Mitte! Die bleibt bis zum Schluss.

(Sollten eure Strohhalme bis hierhin schon zu trocken geworden sein, sprich sich nicht mehr leicht biegen lassen ohne zu brechen, wäre jetzt der geeignetste Zeitpunkt, sie noch einmal einzuweichen.)

Fixiert nun die Halme, die zu den Zackenspitzen führen, mit je einer Nadel rechts und links an der äußeren Kreislinie, legt sie dabei so exakt wie möglich auf die Zackenmittellinie.


12. Die noch losen Halme zwischen Zacke und Ecke rechts und links legt ihr nun rechts und links neben den Eckenhalm zwischen die zwei Nadeln, knickt das Dreierbündel dabei leicht einmal um die Nadel, so wird es flacher, und bindet es mit einem kurzen Garnstück auf der Höhe der Mittelkreislinie, also genau in der Ecke des Sterns, fest zusammen.
Das macht ihr nun mit den jeweils drei Halmen aller sechs Ecken, sodass nur mehr die Zackenspitzenhalme einzeln liegen.


13. So sieht das Zwischenergebnis dann aus.
Gleich sind wirbam Ende...


14. Knickt nun das äußere Halmende eines Dreierbündels Richtung Zackenspitze und steckt es neben den einzelnen Halm zwischen die Fixierungsnadeln.


15. Das Gleiche macht ihr mit dem äußeren Halmende des Dreierbündels auf der anderen Seite der Zacke.
Wiederholt diesen Schritt bei allen sechs Zacken.


16. Bindet nun die drei kurzen Halmenden an der Zackenspitze auf der Höhe der äußeren Kreislinie mit einem kurzen Stück Garn fest zusammen.
Macht das bei allen Zackenspitzen.


17. Fast fertig.
Zieht nun alle Stecknadeln vorsichtig heraus. So sieht euer Stern jetzt aus. Kommt noch der Feinschliff...


18. Stutzt zum finalen Schluss noch die Halmenden mit einer spitzen scharfen Schere ein und befestigt eine Schlaufe an einer Zackenspitze.

Und fertig ist der gebündelte Stern!


Bei allem, was rundum in der Welt passiert, tun viele helle Sterne gut.

Eine frohe Sternenzeit wünsche ich euch!

Herzlichen Dank übrigens an Caro von den Naturkindern! Ihre schönen, ebenfalls nachmachenswerten StRohdiamanten haben mich an unser im Spätsommer gesammeltes Stroh und die schöne Tradition des Sternbindens erinnert!


Kommentare:

  1. Liebe Dania, das ist ja schon hohe Schule... ;-) Ein wunderschöner Stern ist das.... Lieben Gruß Ghislana

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  2. Uli, der ist aber schön! Danke für's Zeigen! Vielleicht schaffe ich es noch ein paar zu basteln :)
    LG und eine gemütliche Adventszeit, von Annette

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  3. ach schön, ich will das auch können. die halme habe ich sogar zu hause.
    vielleicht nehme ich mir mal die zeit und bastele auch ein paar sternchen, obwohl der entwurf hier ganz schön schwer aussieht...
    danke für die ausführliche anleitung! :)

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  4. Genial! Aber nichts für meine Hände..
    Liebe Grüße
    Andrea.

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  5. ganz, ganz toll! das ist ja wie klöppeln! ich hab schon immer alle bewundert, die das können! leider nichts für meine grobmotorischen fingerchen und meine mangelnde geduld.
    herzliche grüße von mano

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  6. Kunst!!!! wunderschöne Kunst!!
    herzliche Grüße
    Denise

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  7. Liebe Dania,
    da sind die Holzkugelsterne ein Witz dagegen, großes Kompliment, wunderschön!
    Dir und Deinen Lieben einen Sternenhimmel und frohe Weihnachten,
    Kebo

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  8. Un vrai chef d’œuvre, très sophistiqué dans la construction et dont le but est de mettre à portée de l'enfant, l'étoile descendue vers elle. Superbe.
    Merci Diana.
    Amitiés.

    Roger

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der wald ist voller worte - ich freu mich über deine.